8. Mai 1945 Kriegsende: Tag der Befreiung – auch von unmenschlichen Zwangsarbeit

8. Mai 1945 Kriegsende: Tag der Befreiung – auch von unmenschlichen Zwangsarbeit

Anlässlich des Endes des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai vor 81 Jahren erinnerten Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in einer bewegenden Gedenkveranstaltung auf dem Meerbecker Friedhof an das Schicksal der knapp 20.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die zwischen 1939 und 1945 in den Altkreis Moers verschleppt wurden. Die meisten von ihnen stammten aus Osteuropa, insbesondere aus der Ukraine. Zahlreiche Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter kamen infolge der unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen ums Leben.

Grundlage der Beiträge waren Zeitzeugenberichte, die im Unterricht thematisiert wurden und vom Verein „Erinnern für die Zukunft“ veröffentlicht worden sind. Viele dieser Berichte gehen auf Begegnungen mit ehemaligen ukrainischen Zwangsarbeitern zurück, die ihre Leidenszeit im Raum Moers überlebt hatten und später als Gäste eingeladen wurden, um von ihren Erfahrungen zu erzählen.

In ihren Beiträgen schilderten die 15 Schülerinnen und Schüler die Schicksale ausgewählter Augenzeugen, die im Bergbau, in großen Firmen, auf Bauernhöfen, für die Stadtverwaltung und auch anderswo hart arbeiten mussten. Die Vorträge, die im Philosophieunterricht von Lehrer Klaus Bleckmann entstanden sind, machten auf eindringliche Weise deutlich, welchem Hunger, welcher Gewalt und welcher Entmenschlichung die Verschleppten ausgesetzt waren. Zugleich erinnerten die Schülerinnen und Schüler daran, dass das Leid der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter über viele Jahrzehnte nur unzureichend wahrgenommen wurde – obwohl zwischen 1939 und 1945 mehr als 2,5 Millionen von ihnen in Deutschland ums Leben kamen.

Besonders bewegend waren die persönlichen Stellungnahmen der Vortragenden nach jeder Darstellung eines Einzelschicksals. Mit klaren Worten verwiesen sie auf die Verletzung grundlegender Menschenrechte und verbanden ihre Beiträge mit dem mahnenden Appell: „Nie wieder.“

Nach jedem Beitrag wurden weiße Rosen niedergelegt – begleitet mit den Worten: „Für alle, die damals verschleppt wurden, gelitten haben und für die, die gestorben sind, legen wir diese Rosen ab.“

Die Gedenkveranstaltung wurde so zu einer würdigen und berührenden Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Zwangsarbeit. Zugleich machte sie deutlich, dass das Erinnern an Unrecht, Ausgrenzung und menschenverachtende Ideologien insbesondere heute eine bleibende Verantwortung ist – gerade für eine Geschwister-Scholl-Gesamtschule.