An diesem Ort - Goethstr. 1 / Ecke Augustastraße - befand sich ab 1935 das Kreisgesundheitsamt Moers. Die Behörde war aktiv in die Umsetzung der nationalsozialistischen Gesundheits- und Rassenpolitik und der NS-Medizinverbrechen eingebunden. Heute erinnert am Gebäude nichts an diese Geschichte.
„Wir wollen diesen Ort aus dem Schatten holen und seine Geschichte sichtbar machen. Die Opfer dieser Politik dürfen nicht vergessen werden“, sagt Hildegard Hecker, Vorsitzende von Erinnern für die Zukunft e. V.
Moers verfügt bereits über ein umfangreiches Netz von Geschichtsstationen. Die beantragte Station soll dieses Netz um einen wichtigen Ort der lokalen NS-Geschichte ergänzen und zeigen, dass NS-Unrecht auch mitten in Moers, in Behörden und im Gesundheitswesen, geschah.
Grundlage des Antrags sind die langjährigen Forschungen des Vereins und der NS-Dokumentationsstelle im Stadtarchiv Moers, die unter anderem in dem gemeinsam herausgegebenen Buch „NS-Medizinverbrechen im Altkreis Moers. Zwangssterilisation und ‚Euthanasie‘ 1933–1945“ dokumentiert sind.
Wir hoffen auf eine positive Entscheidung der Stadt Moers und darauf, diesen wichtigen Erinnerungsort gemeinsam sichtbar zu machen.